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Ergebnisse

Um die Vergleichbarkeit von Experimental- und Kontrollgruppe vor Förderbeginn zu untersuchen, wurden zunächst die Vortestergebnisse der Experimental- und Kontrollgruppe in den beiden Klassenstufen getrennt voneinander überprüft (siehe Tab. 2).



Tabelle 2
Mathematikleistung im Vor- und Nachtest (Rohwerte) in Abhängigkeit von Gruppe und Klassenstufe



Ein signifikanter Vortestunterschied zeigte sich nur in der zweiten Klasse (t[99] = 3.09, p = .002). Er war auf eine schwächere Leistung der Experimentalgruppe zurückzuführen. Die Ungleichheit von Experimental- und Kontrollgruppe in der zweiten Klassenstufe stellt ein methodisches Problem dar, das statistisch nicht gänzlich befriedigend gelöst werden kann. Es besteht zumindest in der zweiten Klassenstufe die Möglichkeit, dass stärkere Leistungsverbesserungen in der Experimentalgruppe auf Effekte zurückzuführen sind, die nicht primär durch die Art der Förderung verursacht werden, sondern z. B. durch Regression zur Mitte. Wir haben uns deshalb für ein zweistufiges Vorgehen entschieden.

In der ersten Analyse wurde für jedes Kind die Folgedifferenz aus den Nach- und Vortestergebnissen gebildet und für jede Klasse getrennt mit einem unabhängigen t-Test (einseitige Testung) ausgewertet. Während sich in der ersten Klasse nur ein Trend zugunsten der Experimentalgruppe abzeichnete (t[110] = 1.48, p = .07, d = .29), schnitt die Experimentalgruppe in der zweiten Klassenstufe signifikant besser ab als die Kontrollgruppe (t[99] = 2.10, p = .02, d = .42).

Um auszuschließen, dass das bessere bzw. tendenziell bessere Abschneiden der Experimentalgruppen auf andere als auf förderbedingte Effekte zurückzuführen ist, wurde in einem zweiten Schritt in jeder Klassenstufe anhand der Vortestergebnisse ein Matching von Experimental- und Kontrollgruppe durchgeführt. Jedem Kind der Experimentalgruppe wurde dabei ein Kind der Kontrollgruppe mit gleichem Gesamtergebnis im Vortest zugeordnet. Waren mehrere Kinder mit gleicher Punktzahl vorhanden, so wurde die Zuordnung per Zufall (d.h. ohne Kenntnis der Leistungsverbesserung) vorgenommen. Kinder, die auf diese Weise nicht zugeordnet werden konnten, schieden aus der weiteren Auswertung aus. (Die Vortestergebnisse von Experimental- und Kontrollgruppe waren demnach in der gematchten Stichprobe identisch.) Alle folgenden Analysen wurden mit verbundenen Stichproben durchgeführt.

Es verblieben nach dem Matching in der ersten Klasse jeweils 33 Kinder in Experimental- und Kontrollgruppe, in der zweiten Klasse waren es je 32 Kinder. Weder hinsichtlich des Alters noch hinsichtlich der Geschlechterverteilung gab es Unterschiede zwischen Experimental- und Kontrollgruppe. In den gematchten Stichproben erzielten Kinder der Experimentalgruppe in beiden Klassenstufen signifikant höhere Leistungszuwächse als Kinder der Kontrollgruppe. In der ersten Klasse konnte ein Effekt von d= .59 zugunsten der Experimentalgruppe beobachtet werden (t[32] = 2.40, p = .01), in der zweiten Klassenstufe lag der Effekt in vergleichbarer Größenordnung (t[31] = 2.57, p = .01, d = .62; jeweils einseitige Testung).


Abbildung 3

Abbildung 3. Mittlere Fördereffekte (Rohwertdifferenz zwischen Prä- und Posttest) in Abhängigkeit von Gruppe und Klassenstufe in der gematchten Stichprobe. Zur Darstellung der Fehlerbalken wurden Standardfehler herangezogen.


Die Analyse von akademischem Selbstkonzept, Lernfreude und Lernmotivation erbrachte keine signifikanten Ergebnisse. Der Grund hierfür lag darin, dass die Kinder bereits in der Prämessung enorm hohe Werte in den erfassten Variablen zeigten. Verbesserungen konnten aufgrund dieser Deckeneffekte nicht erfasst werden.




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