Diagnose von Teilleistungsstörungen - TLS-Rechner

Site menu:

Bedienungsanleitung für den TLS-Rechner

Der TLS-Rechner soll auf möglichst ökonimische Art und Weise Teilleistungsstörungen diagnostizieren. Hier für gibt es eine Grundeinstellung, die den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie entspricht. In der erweiterten Ansicht lassen sich zusätzlich Parameter feinjustieren, sofern es im konkreten Fall erforderlich ist.

Auf dieser Seite finden Sie eine Anleitung zur Bedienung des TLS-Rechners:

  1. Grundlegende Programmfunktion
  2. Eingabe der Normwerte
  3. Auswertung
  4. Erweiterte Einstellungen
  5. Nutzungsbedingungen


Grundeinstellung



Grundfunktionen des TLS-Rechners (zum Vergrößern bitte anklicken)

Zur Stellung einer Diagnose müssen die Intelligenz einer Person und die Testleistung im jeweiligen Bereich (also Lesen, Schreiben oder Rechnen) bekannt sein. Beide Werte müssen als T-Wert in die jeweiligen Felder eingegeben werden. Sollten die Werte nicht als T-Wert, sondern als IQ-Wert, Prozentrang usw. verfügbar sein, dann können Sie die Eingabehilfe zur automatischen Umrechnung verwenden. Der TLS-Rechner verfügt über die Möglichkeit, neben dem konkreten Testwert auch das Konfidenzintervall um den Testwert in der Diagnose zu berücksichtigen. Diese Herangehensweise wird ausdrücklich empfohlen, da hierbei eine zufallskritische Absicherung der Diagnose möglich ist. Um die Eingabefelder für die Konfidenzintervalle zu aktivieren, klicken Sie bitte auf das Werkzeugzeichen am oberen rechten Rand des Programmfensters.

Neben diesen grundlegenden Werten sollte weiterhin gewählt werden, welche Art von Teilleistungsstörung vermutet wird, da dann im Wortgutachten die entsprechenden Diagnosen bereits eingetragen werden. Auch sollte der Name des Klienten/Patienten angegeben werden. Beide letztgenannten Angaben sind allerdings optional.

Nachdem alle Werte eingetragen wurden, klicken Sie bitte auf Diagnose. Nun werden die Eingaben geprüft und die Diagnose wird gestellt. Das Wortgutachten wird im Textfeld unter der Eingabemaske eingetragen. Rechts daneben erscheinen die Ergebnisse in grafischer Darstellung (siehe Auswertung).



Eingabe der Normwerte

Alle Testdaten im Programm mit Ausnahme von Korrelation und Diskrepanz (erweiterte Einstellungen) müssen als T-Werte angegeben werden. Der TLS-Rechner verfügt aber auch über eine Eingabehilfe, die IQ-, T-, Stanine-, Centil-, SW-Werte und Prozentränge akzeptiert. Bitte klicken Sie hierfür auf das Taschenrechner-Symbol rechts neben dem jeweiligen Eingabefeld.



Eingabehilfe zum Umrechnen von Normwerten (zum Vergrößern bitte anklicken)

Es öffnet sich nun ein eigenes Fenster, in dem Sie den Wert entweder per Schieberegler einstellen oder in das jeweilige Textfeld eintragen können. Bitte drücken Sie dabei nach der Eingabe auf die Taste RETURN. Sobald Sie auf das grüne Häckchen klicken wird das Fenster geschlossen und die Werte werden übernommen.



Auswertung

Durch Klick auf „Diagnose“ wird berechnet, ob die vorliegenden Daten auf eine Teilleistungsstörung hinweisen. Die Ergebnisse werden als Report und als Diagramm ausgegeben. Im Diagramm zeigt die blaue Linie an, welcher Testwert im Allgemeinen bei einer bestimmten Intelligenz erwartet wird. Das blaue Quadrat entspricht dem erwarteten Testwert des jeweiligen Kindes. Die tatsächliche Leistung des Kindes wird grün dargestellt, wobei der mittlere grüne Punkt die tatsächlich ermittelte Leistung widerspiegelt. Der obere und der untere grüne Punkt markieren den Ober- bzw. Unterrand des Konfidenzintervalls (sofern dieses in der Dateneingabe freigeschaltet wurde). Der magentafarbene Bereich gibt an, in welchem Bereich eine Leistung als unterdurchschnittlich betrachtet wird. Die rote Linie schließlich grenzt den Bereich ab, unterhalb dessen eine Leistung bei gegebener Intelligenz das Diskrepanzkriterium erfüllt.



Darstellung der Ergebnisse (zum Vergrößern bitte anklicken)

Sofern zur Berechnung das Konfidenzintervall hinzugezogen wird, sind vier verschiedene Ergebnisse möglich:

  • Das Testergebnis sowie die Untergrenze des Konfidenzintervalls liegen oberhalb der roten Linie (kein Hinweis auf eine Teilleistungsstörung).
  • Das Testergebnis liegt über der roten Linie, aber die Untergrenze des Konfidenzintervalls liegt unter der roten Linie (schwacher Hinweis  auf eine Teilleistungsstörung)
  • Das Testergebnis liegt unter der roten Linie, aber die Obergrenze des Konfidenzintervall liegt über der roten Linie (Hinweis auf eine Teilleistungsstörung)
  • Das Testergebnis liegt inklusive Konfidenzintervall unterhalb der roten Linie (sehr starker Hinweis auf Teilleistungsstörung)

Im dargestellten Beispiel handelt es sich um ein Testergebnis mit einem deutlichen Hinweis auf eine Teilleistungsstörung: Das Testergebnis liegt mit Ausnahme des oberen Endes des Konfidenzintervalls im leistungsschwachen Bereich unterhalb der roten Linie.

Um den Ergebnisbericht mit einem Textverarbeitungsprogramm weiter verarbeiten zu können, klicken Sie in das Feld des Ergebnisberichts und markieren Sie den Text mit der Maus oder mit der Tastenkombination Strg-A. Die Tastenkombination Strg-C kopiert den Text in die Zwischenablage. Sie können diesen mit der Tastenkombination Strg-V in beliebige Textverarbeitungsprogramme einfügen. Alternativ können Sie den Report mit der rechten Maustaste anklicken und im Kontextmenü die Befehle „Kopieren“ oder „Drucken“ anwählen. Auch das Diagramm lässt sich getrennt kopieren, speichern, ausdrucken oder in gewünschter Weise verändern. Klicken Sie hierzu die Grafik mit der rechten Maustaste an.


Erweiterte Einstellungsmöglichkeiten

Neben diesen grundlegenden Einstellungsmöglichkeiten können weiterhin verschiedene Parameter gewählt werden. Die erweiterten Einstellungen werden eingeblendet, nachdem der Button mit der Aufschrift „Mehr >>“ angeklickt wurde.


Erweiterte Einstellungen (zum Vergrößern bitte anklicken)

a.)    Berechnungsverfahren. Es sind zwei verschiedene Verfahren möglich:

  • Regression (Grundeinstellung): Anhand der Korrelation des Testverfahrens (Gesamttest oder Subtests) mit dem Intelligenztest (*) wird mittels Regression geschätzt, welches Leistungsniveau im Test aufgrund der Intelligenz zu erwarten ist. Unterschreitet ein Kind diesen Wert um einen bestimmten Betrag, so wird von einer Gefährdung ausgegangen.
  • Diskrepanz: Von einer Teilleistungsstörung wird ausgegangen, wenn eine fest vorgegebene Differenz an T-Wertpunkten zwischen Intelligenz- und Testleistung erreicht oder überschritten wird. Da durch diesen Ansatz leistungsschwache Kinder stark benachteiligt werden, wird dringend die Verwendung des Regressionsansatzes empfohlen.

b.)    Diskrepanz: Hier kann eingestellt werden, wie ausgeprägt die Diskrepanz zwischen Intelligenz- und Testleistung (gemessen in Standardabweichungen) mindestens sein muss. Voreingestellt sind 1,2 Standardabweichungen. Wurde als Berechnungsverfahren "Diskrepanz" gewählt, so resultiert hieraus eine Diskrepanz von 12 T-Wertpunkten. Beim Regressionsverfahren wird nicht auf die Standardabweichung der Testskala, sondern auf diejenige des Residuums (d.h. des Unterschieds zwischen erwarteter und tatsächlicher Testleistung) zurückgegriffen. Deshalb ergeben sich hierbei andere Diskrepanzkriterien als beim einfachen Diskrepanzverfahren.

c.)    Minimaler Intelligenzwert: Untere Grenze der Intelligenz, bei der die Feststellung einer Teilleistungsstörung noch zulässig ist (Voreinstellung: 30 T-Wertpunkte).

d.)    Maximaler Testwert: Diese Angabe spezifiziert, ab wann von einer unterdurchschnittlichen Leistung ausgegangen wird. Der voreingestellte Wert von 40 T-Wertpunkten gibt folglich an, dass ein Wert von 40 T-Wertpunkten oder weniger als unterdurchschnittlich betrachtet wird.

d.)    Korrelation: Wird das Regressionsverfahren verwendet, dann muss die Korrelation zwischen der Testleistung und der Intelligenz angegeben werden. Als Grundeinstellung ist als Schätzwert eine Korrelation von 0.4 eingetragen. Dieser Wert entspricht den Diagnoseempfehlungen der deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Ist die genaue Korrelation zwischen dem verwendeten Leistungs- und Intelligenztest bekannt, so sollte dieser empirisch ermittelte Wert eingetragen werden, da Korrelationen zwischen Mathematik- und Intelligenztests in der Regel höher als 0.4 ausfallen. Wenn ungültige Korrelationen eingegeben werden oder wenn nach Eingabe der Korrelation in einer der Auswahllisten eine Änderung vorgenommen wird, so greift das Programm wieder auf die vorab eingestellte Korrelation zurück.



Nutzungsbedingungen

Kostenlos

Der TLS-Rechner darf sowohl für private, institutionelle und auch kommerzielle Zwecke frei und unentgeltlich verwendet werden. Ein Verkauf oder eine Veränderung des Programms ist jedoch nicht gestattet. Für etwaige Fehlfunktionen wird keine Haftung übernommen. Sollte das Programm ihnen gefallen oder es für Sie nützlich sein, dann würden wir uns darüber freuen, wenn Sie auf der eigenen Homepage, in einem Blog oder einem Forum einen Link auf diese Seite setzen würden. Wenn Sie möchten, dann können Sie hierfür das unten stehenden Stück HTML-Code verwenden.


Auf 'Markieren' klicken dann STRG-C drücken um den Text zu kopieren.